Gehörschutz für kleines Geld

Olli

New Member
#1
Hallo,

ich bin Oliver aus Nordhessen und habe gerade meinen ersten SS1600K bestätigt bekommen.

Da ich vor meinen ersten Ride lange nach dem optimalen Gehörschutz gesucht habe und fast schon verzweifelt war, wollte ich meine Erkenntnisse hier mit euch teilen.

Ich fahre eine alte Honda Varadero XL1000 von 2000 mit Givi Scheibe, die schon etwas höher ist als normal. In dieser Konfiguration hätte ich, egal mit was für einem Helm, keine 2 Stunden ohne nachhaltigen Gehörschaden ausgehalten (ich bin 192 cm groß).

1. Schritt: Otoplastik für viel Geld = Mülltonne, jeder Schaumstoffstöpsel ist leiser
2. Schritt: MRA X-Screen angeschraubt. Erstes "Aha"-Erlabnis. Ich kann wieder die Musik beim fahren hören. Bekomme aber nur mit offenem Visier genug Luft zum atmen, sonst beschlägt das Ding von innen sofort. Also tiefste Stellung, dann ist es ein guter Kompromiss.
3. Schritt: Kopfhörer von Samsung (Level-In ANC), mit aktiver Geräuschunterdrückung. Genial! Nun kann ich bei 160 km/h mit offenem Visier super Musik hören, und es ist nicht lauter wie bei 50 km/h. Wenn man dann noch entspannt bei 180 auf einen CBR600-Fahrer herunterschauen kann, der sich bei gleichem Tempo auf den Tank legt, um ein wenig Windschutz zu erhaschen, unbezahlbar ;-) .

Die Kopfhörer (soll keine Schleichwerbung sein, sonst steh ich auf die Produkte mit dem angeknabberten Apfel) haben mit 45 Euro nur einen Teil der Otoplastik gekostet. Man kann sie auch ohne Musik ohner Anschluss an das Handy nehmen, da sie einen eigenen Akku haben. Man hört die Umgebung genau so, wie mit normalen Ohrstöpseln, also auch das Tatütata und Hupen der anderen. Die aktive Geräuschunterdrückung nimmt nur die gleichmäßigen Geräusche, also Motor und Wind weg. Das so gut, das ich in der Stadt die Hörer am Kabel aus mache, weil man sonst wirklich nichts mehr vom Motor hört und ich ständig zu untertourig am rumstottern war. Raus aus der Stadt, Schalter umlegen und Ruhe ist. Kein Ohr-Pfeiffen mehr!

Ich hoffe, mein erster Post hier war für den Einen oder Anderen interessant und erleichtert die Suche nach dem Optimum zum Strecke machen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver
(die 68091)
 
#2
Moin Oliver,

danke für den Erfahrungsbericht! Die Lärmbelastung nach einigen Stunden auf dem Moped kann schon enorm sein, und ich konzentriere mich in der Tanke dann immer darauf, nicht die ganze Bude zusammen zuschreien. Ähnliche Erfahrungen wie deine werden auch von von anderen Motorradfahrern geteilt und werde das bestimmt auch mal testen.

Ahoi,
Martin
 

Hampe

Not Right Rider
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#3
Ja, Grossartiges erste post, Danke!

Fighting evil with evil - Noice with music, now that is something I have not thought about.
 
#4
Hi,

nach dem post hier habe ich mir auch so ein Teil angeschafft. Mancher M***Markt vertickt über e**y seine Ladenhüter, da habe ich das Gerät für unter 30 € bekommen.

Meine Erfahrungen sind aber nicht so durchgängig positiv. Wenn der Helm eng ist, passiert es schnell dass die Ohrstöpsel anstehen / anstoßen. Das ist nicht nur unangenehm, wenn die permanent in den Gehörgang gedrückt werden. Sondern auch die Geräuschkompensation funktioniert dann nicht mehr, und zudem bekommt man viel mehr Körperschall ab. Ergebnis: Mit den Dingern ist es lauter als ohne.

In einem anderen Helm mit etwas mehr Platz geht das schon deutlich besser. Kein Körperschall, kein unangenehmer Druck, und die Geräuschkompensation funktioniert. Allerdings nicht so absolut, wie Olli es erfahren hat. Windgeräusche höre ich nach wie vor, Motorgebrumm auch. Dass ich nichts mehr mitbekomme, ist bei mir nicht so. Aber die Dämpfung ist ok, mit dem Gerät hab ich bei 100 km/h die Geräuschkulisse, wie ohne bei ca. 50 km/h. Bei 120-130 km/h rauscht es etwa so laut, wie ohne bei ca. 70-80 km/h. Und im Gegensatz zu Ohrstöpsel ohne Geräuschkompensation höre und verstehe ich die Navi-Ansagen bei jeder Geschwindigkeit.

Unangenehm bleibt es, mit den Stöpseln im Ohr den Helm aufzusetzen. Und noch unangenehmer ist es, den Helm wieder abzusetzen, da rupft es generell die Knöpfe aus dem Ohr. Manchmal rutschen die Knöpfe schon beim Helm aufsetzen raus, dann hat man die Helm auf - Helm ab Prozedur gleich mehrfach... :( In diesem Punkt sind die im Helm integrierten Lautsprecher meiner Albrecht Intercom Anlage angenehmer.

Unterm Strich find ich die Samsungs trotz der Komfortabstriche ok. Denn mit Oropax ist zwar der Tragekomfort besser, aber das Hören schlechter.
 
#6
So was hab ich auch, die machen es sehr schön ruhig unterm Helm. Die dämpfen halt aber auch die Navi-Stimme und die Worte des freundlichen Tankstellenpersonals weg.
 

Olli

New Member
#7
Hallo Rubber-Duck,
ich trage fast immer eine dünne Sturmhaube unter dem Helm, da ist es mit dem Absetzen des Helms weniger ein Problem. Ohne Haube ist es etwas fummelig. Ich trage derzeit einen Shark Helm, da ist an den Ohren genug Platz.
Ich bin jetzt mal mit einem "Naked Bike" gefahren, da war der Effekt auch nicht so ausgeprägt wie hinter meiner Riesenscheibe. Aber immer noch besser.
Da ich mir demnächst einen neuen Helm zulegen will, werde ich den vor dem Kauf gleich mit den Samsungs testen, danke für den Hinweis. Ich hätte mir sonst darüber keinen Gedanken gemacht.
Gruß
Olli
 

rubber-duck

Active Member
#8
Hallo Olli,
gerne ;-) Ich nutze auch generell einen Buff als Sturmhaube. Trotzdem rupft es mir die Samsungs raus. Da ist die Helmöffnung meines Schuberths wohl einfach nur klein.
In der Praxis wars für mich dann doch so ein großer Nachteil, dass ich die Samsungs zurückgegeben habe. Ich wünsch dir, dass es auch mit dem neuen Helm besser klappt als bei mir!
 
#9
Silikonothoplastik ist zugegebenermaßen etwas teurer in der Anschaffung, aber bei deformierten Gehörgängen die einzige Lösung.
Bei Vollgasfahrt > 2 h hat sich m.E. die Anschaffung schon bezahlt gemacht. Meine Propfen sind jetzt 5 Jahre alt und immer noch einwandfrei (Material und Hygiene).
Die einfachen Schaumkomprimate für wenige Euros aus der Apotheke tun es für die hochfrequente Geräuschdämmung und den Windschutz auch (wenn sie nicht nach 45 min rausfallen).
Andere Methode: Musiker werden, In-Ear-Kopfhörer (z.B. Ultimate Ears für 500 Euronen aufwärts) anpassen lassen und fürs Mopped zweckentfremden, Umgebungsgeräusche bis 25 dB werden weggedämpft und die Lala brüllt Dir stattdessen ins Ohr. Wenn die Kabelführung unter den Helm paßt...